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Daten und Fakten
Finanzielle Förderung
Die finanzielle Förderung von Solaranlagen wird 2005 kontinuierlich fortgesetzt. Eine Reduzierung des derzeitigen Fördersatzes von 110 € pro m² Kollektorfläche
ist nicht vorgesehen, da ausreichend Finanzmittel vorhanden sind. Das Programm läuft bis Ende 2006. Damit bleibt die
lnvestition in die Solarwärmeanlage für Handwerk und Kunde berechenbar.
Bedeutung wird unterschätzt
Vermutlich stecken aber noch andere Gründe hinter der Vernachlässigung der Solarwärme. Denn die Photovoltaik kann die
Solarwärme nicht ersetzen. Der Wärmebedarf macht in den Privathaushalten 87% der Endenergiebedarfs aus, der Strom nur
13%. Trotzdem dreht sich die öffentliche Diskussion vornehmlich um die Probleme der Stromversorgung. Die Probleme der
Wärmeversorgung werden bislang nicht ernst genug genommen. Die Bundestagsfraktion der Grünen hat den Ball aufgenommen
und am 14. Dezember 2004 ein Aktionsprogramm mit dem Titel "Weg vom Öl - auch im Wärmebereich" verabschiedet. Bis 2020
sollen 25% des Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien gedeckt werden.
Im Unterschied zum Strombezug hat der Hausbesitzer bei der Wärmeversorgung eine Wahlmöglichkeit unter verschiedenen
Energieträgern. Allerdings ist diese Wahl mit größeren Investitionen in die Anlagentechnik verbunden und wird deshalb
meist nur in Verbindung mit einer Systemerneuerung alle 20 Jahre (oder noch länger) getroffen. Gerade der lange Zeitraum
macht die Entscheidung schwierig, weil die künftige Entwicklung der Energiepreise und der Versorgungssicherheit nicht
kalkulierbar sind. Wer in einen neuen Heizkessel investiert, will eigentlich für die nächsten 20 Jahre Ruhe haben. Doch
welcher Energieträger gibt dem Kunden die notwendige Sicherheit? Wie lange werden Öl und Gas noch bezahlbar sein? Eine
zuverlässige Antwort kann nicht gegeben werden. In den letzten fünf Jahren ist der Heizkörper um durchschnittlich 10% pro
Jahr gestiegen. Vielleicht sinkt der Ölpreis wieder, wenn die Kriege im Nahen Osten beendet sind? Vielleicht aber wird
der Ölpreis weiter steigen, weil der Energiehunger der Entwicklungs- und Schwellenländer kontinuierlich wächst, wie z.B.
China mit derzeit 9% pro Jahr.
Öl - Fördermaximum in 2008
Immer mehr Experten sind der Meinung, dass nicht die Summe des zur Verfügung stehenden Öls die entscheidende Größe für
die Versorgung darstellt, sondern der Zeitpunkt des Fördermaximums (Peak-Oil). Nachdem dieser Punkt erreicht ist, kann
zwar noch lange gefördert werden, doch nehmen die Fördermengen kontinuierlich ab, weil der Druck in den Ölquellen nach
lässt. Wenn eine steigende Nachfrage auf ein abnehmendes Angebot trifft, dann sind steigende Preise zu erwarten. Es ist
also nicht unwahrscheinlich, dass Öl und Gaspreise weiter steigen werden. Zwischenzeitlich wurde sogar ein internationaler
"Verband für die Peak-Oil-Studien" gegründet. Das Fördermaximum wird von diesen Experten im Jahr 2008 erwartet.
Angesichts dieser Unsicherheiten warten Hausbesitzer erst einmal ab. Das erklärt, warum nach wie vor auch viele alte
Kessel nicht ausgetauscht werden, obwohl dies auch finanziell attraktiv wäre. Dieser Umstand erschwert auch die Marktdurchdringung
der Solarwärme. Erstens ist die Solarwärme noch teurer als Wärme aus Öl oder Gas - wenn man sie mit heutigen Öl- und Gaspreisen
vergleicht. Zweitens sind viele Hausbesitzer damit unzufrieden, dass die Solarwärmeanlage nur einen Teil des Wärmebedarfs
deckt und weiterhin eine Nachheizung erforderlich ist.

Wann lohnt sich die Solaranlage?
Um wie viel teurer ist die Solarwärme tatsächlich? Der Kostenvergleich mit Heizöl oder Gas fällt schwer. Der Investor
weiß zwar bei der Installation seiner Solarwärmeanlage, was ihn die nächsten 20 Jahre die kWh Solarwärme kostet, wenn
er die Investitionskosten auf die (theoretisch) erzeugte Energie umlegt. Er weiß allerdings nicht, ob er damit unterm
Strich günstiger oder teurer fährt. Denn die künftigen Kosten für Öl und Gas sind unbekannt. Hinzu kommt die Erfahrung
aus den 90-er Jahren. Damals wurde regelmäßig vor einem Ölpreisanstieg gewarnt, doch gekommen ist es ganz anders. Das
Öl wurde immer billiger. Im Januar 1999 wurde Rohöl sogar für unter 10$/Barrel gehandelt, dem niedrigsten Preis seit
25 Jahren. Für Heizöl wurden damals 20ct/l bezahlt. Waren also alle Warnungen vor Ölpreissteigerungen nur Panikmache?
Seit Januar 1999 haben wir das krasse Gegenteil erlebt. Der Rohölpreis ist im Oktober 2004 auf 53$/Barrel gestiegen,
mehr als eine Verfünffachung innerhalb von 5,5 Jahren. Der Heizölpreis selbst hat sich allerdings moderater entwickelt,
auch aufgrund des gegenläufigen Dollarkurses. Trotzdem stieg er im Oktober 2004 auf über 53ct/l.
Wer die mit Solarwärme eingesparten Heizkosten ausrechnet, muss eine Energiepreisentwicklung annehmen. Die Heizkostensteigerung
lag in den letzten 10 Jahren im Schnitt bei 6,3% pro Jahr, die Heizölkosten stiegen dagegen in den letzten 5 Jahren
im Schnitt um 10% pro Jahr. Betrachtet man die Spanne Januar 1999 bis Oktober 2004, waren es 17% pro Jahr. Die Kosten
für 1kWh Solarwärme liegen bei ca. 16 ct für Kleinanlagen, abzüglich Solarförderung bei ca. 14 ct/kWh. Solarwärme ist
also günstiger als die Wärme aus Öl/Gas, wenn die Energiepreissteigerung bei 9% pro Jahr oder höher liegt. Dabei bleibt
unberücksichtigt, dass die Heizkessel im Sommerhalbjahr nicht laufen. Für den Kunden lautet die entscheidende Frage
also nicht, ob sich die Solarwärmeanlage lohnt, sondern ob er davon ausgeht, dass die Energiepreissteigerung sich in
dem Maße fortsetzt wie in den letzten fünf Jahren oder nicht.
Steigen die Energiepreise um mehr als 9% pro Jahr, lohnt sie sich auch finanziell. Angesichts einer Steigerung von
10% in den letzten 5 Jahren ist dieses Szenario nicht unwahrscheinlich.
Die Initiative Solarwärme plus will ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärken. Hinzu kommt in diesem Jahr die
"Aktion Wärme von der Sonne", die der BSi mit Unterstützung des Umweltministeriums im Frühjahr 2005 startet.
In Ergänzung zur bundesweiten Informationsarbeit der Initiative Solarwärme plus werden von der "Aktion Wärme von der
Sonne" lokale Gemeinschaften von Handwerk, Umweltgruppen und Kommunalvertretern unterstützt, die Aktionen für die
Solarwärme durchführen. Nach wie vor ist es notwendig, die Bürger direkt anzusprechen, wobei hier das bereits in
vielen Orten erfolgreiche Initiativkonzept verstärkt zum Einsatz kommen soll.
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